Pedelec - E Bike
Bei der Einführung der Fahrräder mit Elektrounterstützung im Geltungsbereich der StVZO hat der Gesetzgeber zwei Klassen geschaffen:
1. Pedelec / EPAC als führerscheinfreie Version
2. schnelle E Bikes als Moped mit Elektromotor

Während letztere im Prinzip gleich zu behandeln sind mit normalen Mopeds, kann man das Pedelec als Fortentwicklung des Grundgedankens des Fahrrad mit (elektrischem) Hilfsmotor sehen.

Ursprünglich war diese Klasse wie folgt definiert:
maximale Motorleistung 250W
maximale Unterstützung 50% bis 20 km/h
abnehmend auf 0% Unterstützung ab 25 km/h

Zwischenzeitlich ist die Vorgabe des prozentualen Anteils der Unterstützung weggefallen und durch die Auflage der progressiven Abnahme der Unterstützung bis 25km/h ersetzt worden.

Die Reichweite ließe sich einfach errechnen:
Spannung x Akkuladung ergibt die Leistung,
also hätte ein 24V System mit 5 Ah Akku eine Leistungskapazitäzt von 120 Wh (Watt-Stunden), d.h. bei voller zulässiger Motorleistung von und einer Geschwindigkeit von 20 km/h eine Reichweite von 10 km.
Ein 36V System mit 9Ah Akku hat 324 Wh, also fast die 3-fache Reichweite.

Da der Motor ja den/die FahrerIn unterstützen soll, verlängert sich die Reichweite entsprechend der Leistung des Radfahrers, überschlagmäßig bei 100W Fahrerleistung und 200W Unterstützung um 1/3. Beim Tandem können zwei Personen jew. 100W leisten, also kann sich die Reichweite verdoppeln.

Eine Reichweiten Berechnung bei 25km/h ist müßig, da da der Motor bei dieser Geschwindigkeit keine Leistung mehr abgeben darf, wenn das Pedelec gesetzeskonform betrieben wird.

Die Anfahrhilfe ohne Mittreten ist gesetzeskonform, wenn Sie nur bis max. 6 km/h funktioniert (seit dem 21.06.13 kein Mofaführerschein erforderlich).

Nachrüsten älterer Modelle: generell kann ein Nachrüsten eines älteren Rades nicht empfohlen werden. Durch den E-Antrieb verdreifacht sich die Antriebsleistung, dazu sind die meisten Fahrradkomponenten nicht ausgelegt.


Front- Heck- oder Mittelmotor?

Wir verwenden bei Citybikes mit Getriebenaben mit Rücktritt Vorderradmotoren von Schachner oder Ansmann, bei Kettenschaltungen den besonders kraftvollen Heckantrieb von Ansmann. Aufgrund der elektronischen Abstimmung verbauen wir bei Citybikes das Shimano STEPS Di2 System.

Mittelmotoren verbauen nur bei Citybikes. Mittelmotoren belasten die Ketten und Schaltgetriebe und können deren Lebensdauer erheblich reduzieren. Bislang ist es es leider so, dass die mit bis zu 3-fach höherer Leistung das Schaltgetriebe überlasten, die ja nur für normale Radfahrer konstruiert worden sind!


Wieviel Leistung brauche ich im Flachland?

Bei 90kg Gesamtgewicht (Fahrer 75 plus 15kg Rad) braucht man bei 2% Steigung bei 15 km/h etwa 120 Watt Leistung.
Das Pedelec mit 22kg Gewicht braucht bei 20 km/h bereits 200 W. Ein Tandem benötigt dann ca. 380 W.

Wieviel Leistung brauche ich am Berg?

Bei 90kg Gesamtgewicht braucht man an 10% Steigung bei 5 km/h etwa 130 Watt Leistung. Das können Radfahrer ohne Erschöpfung einige Zeit aufbringen, bei 10 km/h und den gleichen Voraussetzungen braucht man aber schon ca. 265 Watt. Dies ist für viele dann nur noch mit dem Pedelec machbar.
Das Mehrgewicht des Pedelecs erhöht die Leistungsaufnahme auf knapp 290 Watt.
Bei solchen Verhältnissen ist der Akku dann aber auch nach 15 km Steigung leer.

Wieviel Drehmoment hat der Antrieb?

Der Frontantrieb FM4.0 von Ansmann hat etwa 27 Nm Drehmoment, der RM7.0 als Direktantrieb ca. 42 Nm. Bei Mittelmotoren können Drehmomente von 70 bis zu 90 Nm erziehlt werden, auf Grund der notwendigen √úbersetzung vom Antrieb zur Hinterradnabe kann man mit ca. dem halben Drehmoment rechnen. Somit haben Mittelmotoren am Hinterrad etwa 35 bis 45 Nm effektives Drehmoment.

Der Frontantrieb hat auf den ersten Blick ein geringeres Drehmoment, dafür ist er aber auch leichter, oft 1-2 kg. Die maximale elektrischen Leistung von 250 Watt ist aber bei allen Antrieben gleich.
Link
ADFC Informationen
EG Richtlinie
Tipps zur Reichweite S. 1
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